Reisen

  • Around the World

    Ich glaube ja, dass jeder seine ganz persönliche Liste mit sich herumträgt, was man so alles in seinem Leben erlebt haben will. Ganz oben auf meiner steht schon seit längerem der Punkt, die Welt zu umrunden.

    Diesen Sommer, als Abschluss meines Studiums, wird es nun soweit sein. Heute haben wir den ersten entscheidenden Schritt getan und die Flüge gebucht. Der Plan ist, von August bis Mitte November unterwegs zu sein.

    Mehr über die Reise und meine damit verbundene Masterarbeit gibts nach der Abschlussausstellung, aber es scheint auf jeden Fall ein spannender Sommer zu werden :)

  • Erinnerung an Indien

    Wahrscheinlich ist es immer so, dass einen das Fernweh packt wenn man endlich wieder Zuhause ist. Und so hab ich mich endlich dazu überwunden mir die Aufnahmen aus meiner Reise nach Indien wieder auszugraben. Derzeit verbringe ich meine Nächte damit das Material zu sichten und so langsam mit dem Schnitt zu beginnen. Es kann sich nur um Wochen handeln. Eigentlich ist die Reise nicht viel länger als ein Jahr her und irgendwie kommt es mir vor als wäre es in einem ganz anderem Leben gewesen. Die Route ging von Delhi nach Srinagar (Kaschmir), mit dem Bus nach Leh (Ladakh), danach nach Goa um wieder in Delhi zu enden. Vorweg ein paar Fotos als Erinnerung:

     

     

     

     

  • Leiser Abschied von Hamburg

    Nach drei vergangen Monaten in Hamburg und nur noch drei bevorstehenden Tagen, stellt sich die Frage, was bleibt? Was geht wenn du bleibst, was bleibt wenn du gehst? Wahrscheinlich kann man das erst im Nachhinein sagen. Hab heute noch leise eine Runde im nun schon herbstlichen Stadtpark gedreht und mich still und leise verabschiedet. Als dann aus meinen Kopfhörern „Blowing in the Wind“ von Bob Dylan kam, hab ich dann doch begriffen, dass man es mit den wehmütigen Abschiedsgedanken auch übertreiben kann. Stattdessen will ich jetzt nach vorne blicken und so langsam anfangen, die Wohnung zu räumen.

    Zuvor noch ein kurzer Abschied von meinen Lieblingsorten in Hamburg, die ich schon ein wenig vermissen werde.

    Die Elbe und der wunderschöne Hafen mit seinen Kränen, die gewaltigen Tiere mit metallenen Krallen – um Gisbert von Knyphausen zu zitieren.

    Die Schanze, die hinter ihrem Klischee, doch sehr viel Charme zu bieten hat.

    Und von den vielen Plätzchen Natur, die sich überall in Hamburg verstecken und den Kuriositäten, die einem so unterkommen, wenn man auf einer Parkbank sitzt.

     

     

  • Mit dem Rucksack nach Istanbul

    Der Sommer geht zu Ende und die Erinnerungen an die Balkanreise verblassen allmählich. Um sie nicht ganz so schnell zu vergessen hab ich nun endlich unser Videotagebuch der Reise zu einem kurzen Video zusammengeschnitten. Unsere Reise begann in Graz, danach gings nach Kroatien, gefolgt von Montenegro und endete über Albanien in Istanbul. Viel Spaß!

  • Ostsee

    Bevor die letzten warmen Tage vorübergehen, mussten wir dem Meer noch einen Besuch abstatten. Gefahren sind wir an die Ostsee, genauer gesagt nach Wustrow. Dorthin, wie Rita es so schön ausgedrückt hat, wo die Häuser aussehen, als hätten sie Stirnfranzen. Es war vielleicht nicht die allerbeste Idee war, die ganze Küste entlang zu spazieren, da es teilweise sehr rutschig ist und ich beinhart samt Schuhe und Hose im Wasser gelandet bin. Meine Kamera konnte ich aber zum Glück retten und so habe ich keine bleibenden Schäden davongetragen. Der Ausblick am Ende der Küste war den Aufwand aber auf jeden Fall wert.

     

  • Nordsee

    Nachdem ich nun schon ein Monat in meiner vorübergehenden Heimat Hamburg hinter mich gebracht habe, war es doch mal wieder Zeit das Land aufzusuchen. In diesem Fall war es die Nordsee, um genauer zu sein St. Peter Ording. So langsam hab ich mich in Hamburg auch schon eingelebt, aber wenn mich meine beste Freundin besuchen kommt, bringt sie gefühlsmäßig mein ganzes Zuhause mit und da mag Hamburg noch so grün sein, die Natur fehlt einem doch. Vor allem in der Nebensaison sind die einsamen ewig langen Strände auf jeden Fall einen Besuch wert.  Begegnen kann man da vielen Hunden inklusive sehr gesprächigen aber doch freundlichen Besitzern, die den Charme der Nordsee ganz gut vermitteln können.  Ein Grund mehr das nächste Wochenende an die Ostsee zu fahren.

  • Istanbul

    Irgendwann im Laufe unserer Reise beschlossen wir Griechenland und Mazedonien in einem nächsten Leben zu besichtigen. Allein in Griechenland hätte man wahrscheinlich Monate verbringen können. Zu viele Punkte auf unserer Liste mit den Orten, die wir noch besuchen mussten, bevor wir in Istanbul landen würden, lösten in uns mehr Angst als Vorfreude aus. Und so ging es von Tirana direkt nach Istanbul. Wir reden hier von 20 Stunden Busfahrt. Nun ja, man nimmt was man kriegt und so nahmen wir diesen Bus und ich kriegte viel Schlaf, jede Menge Zeit um nachzudenken und ein gelesenes Buch mehr. Außerdem bekamen Robert und ich ein Visum in unserem Reisepass und da wir ja immer auf Stempeljagd sind, hat uns das umso mehr erfreut.

    Im Vorhinein hatten wir schon auf agoda.com, wo man billig Hotelrestplätze ersteigern kann (wärmstens zu empfehlen!), ein spitzen Hotel gebucht. Das entschädigte uns dann auch dafür, dass wir nach 20 Stunden Fahrt noch fünf weitere Stunden auf unser Zimmer warten mussten. Also marschierten wir los in Richtung des großen Bazars. Der große Bazar beherbergt ungefähr 4000 Geschäfte, die von Schmuck über Kleidung bis zu Antiquitäten und so gar Gewürzen alles anbieten. Wahrscheinlich eher ein Touristenziel, aber zumindest einmal sollte man sich schon in das Gedränge stürzen.

    Die zweite Erfahrung die wir in Istanbul machten nennt sich Hamam. Ok. Wie soll ich das erklären. Hamam ist ein türkisches Dampfbad in dem man gewaschen wird. Haha. Ja so kann man sich das ungefähr vorstellen. Nach strikter Geschlechtertrennung wurden Andrea und ich in die Sauna gesteckt um unsere Poren zu öffnen. Danach mussten wir uns auf einen kreisrunden Stein gelegt, wo wir dann gewaschen wurden. Man stelle sich nun bitte eine menschengroße Katzenzunge vor, die einen abschleckt. Nur keine Angst vor der überdimensionalen Katze. In Wirklichkeit war es eine etwas üppigere halbnackte Türkin mit einem Handschuh aus Ziegenhaar. Soviel zu der erworbenen Bräune während des Sommers. Meine Haut neigt sowieso nur dazu, beige zu werden und dieses durfte ich mir dann mit einem Eimer Wasser von meinem Körper spühlen. Aber es fühlte sich irgendwie so an, als wäre man wieder ein kleines Kind, welches von der Mutter mal endlich richtig durchgeschrubbt wird. Die anschließende Massage war dann auch eher mit Schmerzen verbunden. Aber wir Frauen wurden im Vergleich zu der Behandlung, die den Männern zuteil wurde, noch mit Samthandschuhen angefasst. Als wir dann aber allein im dunklen Pool schwammen fühlte ich mich doch wie frisch aus dem Ei gepellt.

    Wenn man sich in Istanbul mit dem Glauben auseinandersetzt und vielleicht auch in die ein oder andere Moschee geht, fühlt man sich doch so, als sollte man den Hut vor ihrem Glauben ziehen. Manchmal bedauere is es, dass von meinem Glauben im Laufe der Zeit nicht wirklich viel übrig geblieben ist. Die Stimmung, die am Abend in so einer Moschee herrscht, ist unbeschreiblich, kaum in Worte zu fassen. Von religiösem Pragmatismus keine Rede mehr.

     

  • Kroatien

    Nach einem intensiven zweiten Semester beschlossen wir (Andrea, Robert, Emanuel und ich) gemeinsam mit dem Rucksack von Graz bis nach Istanbul zu reisen. Begonnen hat unsere Reise in Kroatien, wo wir aufgrund widriger Umstände auch etwas mehr Zeit verbringen sollten. Grund dafür war ein vergessener Pass, wobei wir im Nachhinein betrachtet sehr froh darüber waren, sonst hätte es uns vielleicht nie auf die verlassene Insel Vis verschlagen. Wenn ich Vis schreibe, dann meine ich das kleine Fischerdörfchen Komiža am Westufer der Insel. Das Schöne an diesen kleinen Ortschaften ist, dass sich für die großen Hotelkomplexe nicht lohnen und daher vermieten die Einwohner selbst kleine Zimmerchen in ihren Hinterhöfen. So oder so ähnlich sah dann auch unser Apartment aus, in einer Art Hinterhof von einer entzückenden Kroatin vermietet, die leider fast kein Englisch und ein wenig Italienisch sprach. Sonst hätten wir – bei ihrem Charme – wahrscheinlich mehr Zeit bei ihr und ihrem Mann verbracht als auf der Insel.

    So mussten wir uns selbst beschäftigen. Zur Feier unserer Ankunft durften wir gleich am ersten Abend nach einem erfolgreichen selbst gekochten Essen auf unserem Balkon ein Feuerwerk bewundern. Es war uns nicht ganz klar, was sie gerade feierten, aber meine drei Kompanen machten sich zu späterer Stunde noch auf die Suche des Ursprungs der Musik.

    Wir konnten uns nur schwer von Vis losreißen, mussten es dann aber doch, da in Dubrovnik unsere Unterkunft schon reserviert war. Die erste Nacht in dieser Stadt war unglaublich. Man kommt sich vor, als ob man in längst vergangener Zeit im kroatischen Athen herumwandert. Nachdem uns eine nette Dame schon beim Busbahnhof durch ein unschlagbares Angebot bei sich zu Hause einquartierte, marschierten wir – man darf es ja nicht laut sagen – halb betrunken in die Stadt. Dort verließen wir uns ausnahmsweise auf den Lonely Planet bei der Auswahl unseres Essplatzes, aber nicht zu Unrecht. Wir aßen einen Topf voll mit verschiedenen Fischen, Muscheln und Köstlichkeiten direkt am Meer. Soweit sogut.

     

  • Albanien

    Unser nächster Halt war dann schon Shkodra in Albanien. Ich habe wenige Länder gesehen in denen ein so großer Widerspruch herrscht. Vielleicht erklärt die Tatsache, dass Albanien bis 1990 noch ein kommunisitisches Land war und jegliche Ausübung von Religion daher staatlich verboten, dass Christentum und Islam friedlich parallel existieren können. Mich irritierten zunächst die eher aufreizend angezogenen Frauen, die neben komplett verschleierten auf den Straßen herum spazierten. Die Albaner nicht. Wenn man darüber nachliest, so nennen sie es religiösen Pragmatismus. Vielleicht fehlt genau das den Konfliktländern auf unserer Erde: Eine große Portion religiösen Pragmatismus wünsche ich uns allen. Auf dass diejenigen, die ihren Glauben ausleben wollen es dürfen und die, die einfach keinen haben auch ihre Daseinsberechtigung haben. Amen.

    Nun wieder zurück zu unserer Reise. Mit dem Ziel, auf dem Lake Koman mit der Fähre zu fahren standen wir um fünf Uhr früh auf den Straßen von Shkodra auf der Suche nach einem Bus, der angeblich „Lake Koman“ rufen sollte. Nun gut. Hat er nicht. So spazierten wir einfach weiter voll bepackt mit unseren Rucksäcken die Straßen entlang um dann vor einem Bus zu enden, wo sie sogar gewillt waren unsere Rucksäcke in den Bus in Richtung Koman zu packen. Nur uns nicht. Uns setzten sie nämlich mit dem Wort „Kaffee“ neben den Bus in ein kleines Kaffee, wo wir dann wohl oder übel auch einen trinken mussten. Der nette Herr versuchte uns dann auch irgendetwas klar zu machen, wozu wir gutwillig nickten, bevor er mit dem Bus – der unser halbes Leben beherbergte – davon fuhr. Die ersten fünf Minuten ohne Leben verhielten wir uns ruhig und unauffällig. Danach waren wir schon etwas verzweifelt. Aber immer noch ruhig und unauffällig. Doch wir nahmen unser Schicksal mit Humor oder besser, wir versuchten uns einzureden, dass er gar nicht weggefahren ist. Gemeinsam malten wir uns schon die lustigsten Geschichten aus, was wirklich zu uns gesagt wurde und wie dämlich unsere Reaktion darauf gewirkt haben muss. Spät aber doch kam der Bus dann wieder und uns fiel ein Stein vom Herzen. Wahrscheinlich sogar mehrere. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, welche Busfahrt uns bevorstehen sollte.

    Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass wir ja eigentlich glücklich sein können, dass wir unsere Rucksäcke nicht verloren haben, tolerierten wir die Tatsache, dass wir durch die unzähligen Stopps, die der Bus machte, in denen er neben Salat und so einigen sonderbaren Gütern, gesichert die Fähre versäumen würden. Neben den Gütern packte der Busfahrer auch so einige Menschen ein, die im Bus wirklich keinen Platz mehr hatten. Wir haben uns köstlich amüsiert.  Vor allem als es dann so richtig eng wurde und der Busfahrer, der – wie bereits gesagt – ein netter Herr war, leere Bierkisten besorgte, auf die sich die zusätzlichen Mitfahrer setzen durften. Als wir dann unserem Ziel näher kamen verstanden wir auch die vielen Stopps, denn in diese Gegend schien nur alle heiligen Zeiten ein Bus zu fahren. Ich meine wo wir hinfuhren war wirklich nichts. Nicht einmal Asphalt wenn ihr versteht, was ich meine. Aber die Aussicht genossen wir dann doch. Und unser Ziel war auf jeden Fall die Mühe wert. Die Fähre war ein altes Schiff, auf das man den den oberen Teil eines Busses montiert hatte. Ja. Genau so sah das aus. Irgendwann fanden wir uns dann tatsächlich auf diesem Boot wieder, was nicht ganz einfach war, da die Albaner an die Tatsache, dass zuerst alle aussteigen müssen, bevor wir die Fähre wieder mit Passagieren befüllen sollten, wenig Beachtung schenkten. Die Kosten-Nutzen-Rechnung ging aber auf. Eine solche Fahrt macht man nicht so oft in seinem Leben. Allein die Boote die uns entgegen kamen. Platz hätten vielleicht zwei Menschen gehabt. Tatsächlich passten aber fünf Personen und zwei Ziegen auf so manches Boot. Ich hätte nicht wenig Lust gehabt, auszusteigen und in einem einsamen Haus irgendwo im Nirgendwo unterzukommen. Wenn da nicht das Studium abzuschließen wäre. Traurig. In einem nächsten Leben vielleicht.

    Das Ende unserer Fahrt war weltklasse. Unser Wunsch nach Tirana zu kommen wurde angehört und wir wurden mitsamt unseres Gepäcks in den Kofferraum eines Busses gesteckt. Also blickten wir rückwärts auf unseren Rucksäcken durch die Fenster der gefahrenen Strecke entgegen und ignorierten die großen Schlaglöcher. Nach einiger Zeit wurden wir dann in einen Luxusbus umquartiert, der zufällig in die Richtung fuhr, in die wir wollten. Situationskomik pur. So kamen wir sogar noch in den Kosovo über den wir nach Tirana reisten. In Tirana zeigten sich die Albaner dann wieder von ihrer besten Seite und nachdem uns Andrea, die Besitzerin der uns gewählten Unterkunft, mit über den Kopf zusammen geschlagenen Händen erklärte, dass sie leider keine Zimmer mehr frei hatte, ging sie prompt zu ihrer Nachbarin um uns einen Schlafplatz zu suchen und wir landeten wieder prompt im Kinderzimmer einer albanischen alten Dame.