Reisen

  • Helsinki

    Nach der ganzen Aufregung in den letzten Tagen und der Erwartungshaltung der Reise gegenüber, hat es ganz gut getan, endlich einmal loszufahren. Noch dazu in ein europäisches Land, in dem die Temperatur derzeit bei ca. 20 Grad liegt. Wenn der erste Stopp Delhi gewesen wäre, hätte ich mich wahrscheinlich leicht überfordert mit der Situation gefühlt. Was gibt’s sonst zu erzählen? Helsinki ist schön, besonders gefallen hat mir die Festung Suomenlinna was übersetzt ungefähr „Schwedenburg“ heißt. Das is eine Festung vor Helsinki, die aus mehreren, mit einander verbundenen Inseln besteht. Ein wenig hat es uns an das Auenland oder an das Heimatland der Teletubbies erinnert, mit den Häusern, die unter den grünen Hügeln versteckt sind. Die Kirchen sind auch echt schön, wahrscheinlich hat die Interreligiöse Konferenz in Graz mich nachhaltig beeinflusst und ich bin leichter von religiösen Räumen zu beeindrucken.

    Heut Abend steht uns ein Nachtflug nach Indien bevor. Ungefähr 8 Stunden sollte er dauern, ich freu mich drauf. Am meisten freu ich mich im Moment sowieso auf Asien und auf alles was man über und unter Wasser so machen kann :)

  • BY THE WAY

    In den letzten fünf Jahren habe ich jede freue Minute genutzt, um meine Sachen zu packen und das Land zu verlassen. Um so weiter ich weggefahren bin, desto mehr wurde mir bewusst, wo meine Wurzeln sind, und wo ich eigentlich hin gehöre.

    Dieses Projekt soll den Abschluss meiner Studienzeit und meiner Reisen dar. “BY THE WAY” bedeutet übersetzt “was ich noch zu sagen hätte” dem soll mit diesem Projekt eine Plattform geboten werden: Geplant ist eine Reise um die Welt, auf der Interviews mit verschiedensten Personen geführt werden. Diese portraitieren sich selbst, aber eigentlich erzählen sie was ganz Anderes, nämlich das was sie auf ihrem Lebensweg wirklich bewegt. Eine Dichterin spricht über ihre Hautfarbe, eine Gepardentrainerin vom Aussterben geliebter Tierarten, eine Bibliothekarin über die weite Landschaft in Namibia. Dinge, die in dem Lebensweg eine Spur hinterlassen haben.

    Hier der Trailer als kurzer Einblick:

    In den Gesprächen habe ich  gelernt, wie sehr kulturelle Unterschiede für Lebensweisen und Einstellungen verantwortlich sind, aber auch, wie wesentlich das soziale Umfeld für die Entwicklung einer Person ist. Ich habe Abstand davon genommen, alles in schwarz oder weiß zu sehen. Wie Nathan in seinem Interview erzählt hat, gibt es Grauzonen und dies sind die Orte, an denen sich das wirkliche Leben abspielt.

    Unter http://project-bytheway.com

    kann man sowohl das Projekt als auch meine Reise mitverfolgen. Nächsten Mittwoch, dem 07.08. gehts los. Seit ungefähr gestern kann ich nicht mehr richtig schlafen vor Aufregung auf all die schönen Erfahrungen, die ich während der Reise machen werde und vor allem auf die Leute mit denen ich sprechen werde :)

  • Indien

    Ungefähr zwei Jahre zu spät habe ich nun endlich mein Indien / Thailand-Video fertig geschnitten. Den Sommer 2011 verbrachte ich zuerst in Thailand, wo ich einen Tauchschein machte, um anschließend in den Norden von Indien zu reisen, wo ich in Phey, ein Dorf in der Nähe von Leh (Ladakh) als Volunteer Englisch unterrichtete. Von Indien sind mir widersprüchliche Erinnerungen im Gedächtnis, einerseits die totale Hektik und die vielen Menschen und dann in Ladakh auf 3500 Meter die komplette Isolation. Zu dem Zeitpunkt war ich krank und wünschte mir nichts mehr, als in den Süden zu fahren und frische Nahrung zu mir zu nehmen. Nach einem halben Jahr im Grazer Alltagsstress, kommt dann doch ein wenig Nostalgie an die Weite dieses Landes auf.

    In diesem Sinne freue ich mich wahnsinnig auf die Weltreise im August und hoffe wieder den ein oder anderen stillen Ort zu finden.

  • Malaysia

    Einerseits fängt jetzt endlich der Sommer an und ich bin so froh in Graz die Sonne genießen zu können und andererseits bin ich im Kopf schon wieder dabei, alles abschließen zu können, um endlich meine große Reise losgehen lassen zu können. Das indische Visum ist nun endlich eingetroffen und so langsam fang ich an die Sachen anzuhäufen, die ich noch für die Reise kaufen muss. Gleichzeitig werden im Kopf die Erinnerungen an frühere Reisen wieder wach und so muss ich in letzter Zeit sehr oft am Malaysia denken. Wahrscheinlich kommt dieser Eintrag viel zu spät, doch die Erinnerungen an meine erste Südostasienreise sind noch immer so präsent, dass ich mir dann doch zutraue, darüber zu schreiben. Vielleicht ist die erste Reise nach Asien immer die Schönste, gerade weil man keine Erwartungen hat.

    Also kam ich völlig unvorbereitet in Kuala Lumpur an. Schon am Flughafen machten wir unsere erste Bekanntschaft, die wir dann gleich in unsere Unterkunft in Bukit Bintang mitnahmen. Das erste, was wir in Malaysia lernten war: Es ist immer alles nass. Das lernte uns unsere Gastmama als sie uns die Sanitäranlagen erklärte. Vor uns war ein Loch im Boden und ein Schlauch. Und Wasser. Alles voller Wasser. Achja, und kein Licht. Ich will nicht unbedingt näher ausführen, wie meine Waschprozedur dann vor sich ging, eines sei gesagt: Für einen Aussenstehenden war es auf jeden Fall amüsant. Bis zum Ende unserer Reise stellte ich dann aber nicht ohne Staunen fest, dass heißes Wasser ebenso überbewertet ist wie Klopapier. All dass kann man durch einen frisch gepressten Orangensaft den man direkt auf der Straße kaufen kann und  faszinierende Landschaften ersetzen. Ich glaube im Nachhinein habe ich nirgendwo so herzliche und offene Leute wie in Malaysia getroffen, vielleicht weil wir selbst so naiv und offenherzig auf alle zugingen oder vielleicht wirklich, weil es ein ganz besonderes Land ist.

     

  • Südafrika: Garden Route

    Die letzte Woche in Südafrika haben wir mit dem Auto unterwegs auf der Garden Route verbracht. Genau genommen sind wir von Cape Town bis zum Addo Elephant Park gefahren. Auf dem Weg haben wir neben unvergesslichen Erinnerungen wunderschöne Landschaften und Pässe durch- bzw. überquert und noch das ein oder andere Tier kennenglernt.

     

  • Südafrika: Safari

    Wenn ich irgendwann in meinem Leben in die Situation komme, dass ich nicht weiß, was ich arbeiten oder wo ich leben soll, dann komm ich nochmal nach Afrika und arbeite in einem Nature Reserve. Wir waren im Inverdoorn Game Reserve, wo sie versuchen, den Schaden, den die Menschen in Südafrika angerichtet haben langsam wieder gut zu machen. Ganz einfach ist das zwar nicht, aber zumindest ein Anfang. Was uns besonders gefallen hat war, dass sie den Versuch unternehmen, die Gepardenpopulation in Afrika wieder zu erhöhen. Sie haben eine eigene Gepardenauffangstation, wo sie Tiere aufnehmen, die zuvor nicht artgerecht gehalten wurden, was dazu führt, dass die Geparden überhaupt keine Angst vor Menschen haben.

     

    Ein weiteres Projekt von Ihnen ist Rhinoprotect (http://www.inverdoorn.com/big-5-safari/rhinoprotect). In Südafrika werden jährlich ungefähr 500 Nashörner wegen ihrer Hörner getötet. Viele Farmer schneiden daher als Vorbeugung die Hörner ab. Da das auch keine Lösung ist, wird bei dem Rhinoprotect-Projekt das Nashorn vergiftet und mit einem Sender versehen. Wenn man einmal ein Nashorn gesehen hat, scheint es sowas von unmöglich, wie ein Mensch auf die Idee kommen kann, so ein tolles Tier töten zu wollen. Nach dazu für ein Nashorn, dessen Wirkungskraft nicht nachgewiesen ist.

    Der Mensch ist nicht gut und nicht böse, aber er ist und bleibt dumm.

  • Südafrika: Kap der guten Hoffnung

    Ich finde das Gute an Afrika ist, dass man sieht, dass es noch Gebiete gibt, die noch nicht vom Menschen in Besitz genommen wurden. Bei unserem Tagesausflug ans Kap der guten Hoffnung haben wir einige solche Plätze bewundern dürfen. In der Nähe von Simonstown hat sich eine Kolonie von Pinguinen niedergelassen, die man von Stegen aus bewundern kann. Zwar schafft hier der Mensch den Zugang zur Besichtigungen der Pinguine, wenn man ihnen aber zu Nahe kommt, vertreiben einen die kleinen Männchen, was mir schon sehr gefallen hat. Hier sieht man, wie gerade einer durchstartet.

    Danach sind wir ans Kap der guten Hoffnung gefahren. Die Bilder können hier gar nicht einfangen, wie atemberaubend es wirklich war. Am Strand muss man ganz genau schauen und die Menschen zum Vergleich heranziehen, um sich vorstellen zu können, welches Verhältnis dort herrscht. Ich hab wirklich noch nie ein so gewaltiges Meer und solche Wellen gesehen.

    Am Heimweg sind wir dann den Chapman’s Peak Drive gefahren und bei jeder zweiten Parkbucht stehen geblieben, um uns das Naturschauspiel nicht entgehen zu lassen. Der volle Wahnsinn.

  • Südafrika: Townships

    Nach zwei Wochen ist es wahrscheinlich sehr schwierig, sich ein Bild von Südafrika zu machen, vor allem, wenn man es sich ganz anders vorgestellt hat. Was ich erwartet habe war mehr Afrika und weniger Kalifornien. Die vielen Autos und Straßen und das relativ schlechte bzw. nicht ganz ungefährliche öffentliche Verkehrsnetz hat mich eher an mein Praktikum in Los Angeles erinnert.

    Um wirklich was von Südafrika mit zu bekommen und eine Vorstellung von der Weite des Landes zu bekommen, braucht man schon ein Auto und muss raus aufs Land fahren. Eine weitere Möglichkeit ist, sich die Vorstädte anzusehen, wo eine parallele Gesellschaft existiert, die zwar natürlich von Armut geprägt ist, jedoch vom Lebensgefühl, dass in den Vorstädten herrscht, könnte sich Kapstadt einiges abschauen.

     

    Vor allem die Kids sind ein Wahnsinn, sobald man die Kamera auspackt, posen sie wie die größten Filmstars. Was mich freute war, dass sie kein Gefühl für Distanz haben. Daheim würde niemals ein Kind auf einen zu rennen und sich an das Hosenbein hängen, damit man es hoch nimmt ein Stück mitträgt. Falls jemand mal eine Townshiptour macht, kann ich nur raten Süßigkeiten mitzubringen.

     

  • Südafrika: Hiking

    In der ersten Woche sind wir gleich zu Beginn hochmotiviert auf den Tafelberg geklettert. Die versprochenen Naturstufen waren zum Teil zwar hüfthoch, aber der Ausblick war den Aufstieg dann doch wert.
    Wir haben uns so ab der Mitte auf einen 5 min gehen-2 min Pause – Takt geeinigt, was dazu führte, dass wir ein Dassy entdeckten. Wir hielten es zunächst für ein Murmeltier, eigentlich sind es aber Verwandte vom Elefanten. Ich bin ja der Meinung, sie haben nur die Stoßzähne gemeinsam.

    Diese Woche versuchten wir uns am Lion’s Head und zwar bei Vollmond. Da es an diesem Tag bewölkt war, hatten wir nur ein kurzes Erfolgserlebnis, wo der Mond inklusive Stadt kurz zum Vorschein kam, sonst waren wir eher damit beschäftigt uns mit Taschenlampen den Weg zu leuchten, damit das nicht unsere letzte Wanderung war. Als wir dann müde nach dem Abstieg auf das Taxi warteten, kam ein Windstoß und wir hatten diesen fantastischen Ausblick. Normal sollte man das zwar vom Gipfel aus sehen, aber mir solls recht sein ;)

     

     

  • Russland

    Spät aber doch: Ein erstes Lebenszeichen von meiner Reise. Anfang März fuhren wir gemeinsam – als Abschluss unseres Studiums – für etwa zwei Wochen nach Moskau und das mit dem Zug. Im Endeffekt war es nicht so anstrengend, wie ich es mir vorgestellt hatte, ganz im Gegenteil eher ein Erlebnis, dass ich nicht missen möchte. Auf dem Weg nach Moskau machten wir zunächst einen Halt in der Ukraine. Der erste Stop war in Lemberg und der zweite in Kiev. Von dort aus machten wir einen Tagesausflug nach Tschernobyl.

    Einerseits hat mich die Natur um das Kraftwerk herum fasziniert, man konnte richtig sehen, was passiert, wie schnell die Natur wieder die Oberhand gewinnt, wenn der Mensch sich zurückzieht. Moskau selbst war dann erstaunlich westlich. Bis auf die klirrende Kälte hätte man es fast mit jeder europäischen Stadt vergleichen können. Die Russen selbst sind schauen zwar oft relativ unfreundlich drein, wenn man aber mit ihnen ins Gespräch kommt, sind sie total nett und hilfsbereit. Frühmorgens hatte es meistens so um die -14 Grad und auch wenn man selbst die Kälte nicht so gewohnt ist und anfangs darunter leidet, hüllt es die Stadt doch in eine ganz eigene Ästhetik.