Reisen

  • Vancouver

    Vancouver war genau das, was wir zu diesem Augenblick gebraucht haben. Ein paar verregnete Tage, in denen ich genau drei Bücher fertig gelesen und ungefähr 4 Videos geschnitten habe :) Die Tage, an denen dann doch die Sonne für uns gestrahlt hat, sind wir sofort raus in die Natur gefahren und festgestellt haben, was man eigentlich unter Kanada versteht. Die Wälder und Berge waren dann doch genau so, wie sie wir uns vorgestellt haben…

  • Hawaii

    Wenn ich wüsste, wie ich diese Inseln beschreiben kann, würde ich es tun. Die meiste Zeit war ich aber überwiegend mit Staunen beschäftigt. Von unserer ersten Zeit in Oahu hab ich leider keine Fotos, weil ich auf der Insel die Kamera im Rucksack verstaut ließ. Wir haben einfach nur die Tage verstreichen lassen, sind von Klippen gesprungen, mit Schildkröten geschwommen und haben unsere Abende mit Lagerfeuer am Strand verbracht.

    Auf der Big Island hingegen war die Kamera, sowie Momente, die man nie vergessen wird allgegenwärtig. Ich kann mich an Momente erinnern, in denen ich mir nicht mehr ganz sicher war, ob das gerade tatsächlich die Realität ist. Der schönste davon war im Volcanoes Nationalpark, wo ich bei Sonnenuntergang mitten in einem Feld erstarrter Lava gestanden bin, das sich über drei Ebenen bis in den Ozean erstreckt hat und in der Sonne golden glitzerte. Es war einfach unbeschreiblich.

    Das zweite Highlight war das Tauchen mit Manta Rochen. Neben der Tatsache, dass es mein erster Night-Dive war, hätte ich nie gedacht, dass wir so nahe an die Mantas herankommen können. Sie kommen wirklich bis auf wenige Zentimenter auf einen zu, um dann im letzten Moment abzudrehen. Sie werden vom Plankton im Wasser angezogen, der von den Taschenlampen der Taucher angezogen wird. Dh die Mantas schwimmen dahin, wo man die Taschenlampe hält :)

    Am Mauna Kea haben wir die meiste Zeit damit verbracht, in die Sterne zu schauen. So groß habe ich die Milchstraße noch nie gesehen, sie zieht sich wirklich über den ganzen Himmel. Auf der Zwischenstation sind überall Teleskope angebracht und wenn man nett fragt, erzählen einem die Mitarbeiter, was man da gerade Schönes sieht. Über den Wolken zu sein, ohne sich in einem Flugzeug zu befinden war schon ziemlich schön… Nach all den Erlebnissen, müsste man meinen, dass man irgendwann genug hätte. Ich hatte mir überhaupt nicht mehr viel von Hawaii erwartet, nach allem was wir schon gesehen haben. Aber nach den ganzen Eindrücken stellt sich eher die Frage, wie man jemals wieder heimkommen soll.

     

     

  • Neuseeland

    Von diesem Land werde ich mich heute nicht wirklich verabschieden, weil es mich bestimmt wieder sehen wird. Vielleicht nicht nächstes Jahr, weil ich jetzt mal eine Zeit lang zu Hause bleiben werde, aber irgendwann bestimmt. Die Natur ist so unglaublich schön, man kann es gar nicht auf Fotos einfangen. Das Highlight war ein Fallschirmsprung über dem Lake Taupa. Davon gibts leider keine Fotos – mit den 150$ die ich dafür zahlen hätte müssen, spring ich lieber noch einmal, so schön war es :) In den Waitomo Caves gabs tausende von Glühwürmchen, die leider auch nicht fotografiert werden durften. Man stelle sich vor, man sitzt in einem Boot und fährt durch eine stockdunkle Höhle, an der Decke kleben Unmengen von Sterne – Wahnsinn!

    Verliebt habe ich mich in den größten Kauri Baum der Welt: Tāne Mahuta genannt. Sein Maori Name bedeutet „Lord of the Forest“. Er soll zwischen 1250 und 2500 Jahre alt sein und genau so eine Aura strahlt er aus. Man geht nichts ahnend in den Wald und steht völlig ehrfürchtig vor einem Giganten :)

    Als großer Tolkien-Fan war ein Besuch im Auenland unumgänglich und hat sich auf jeden Fall gelohnt. Leider hatten wir nicht genug Zeit uns auch der Südinsel zu widmen, aber wie gesagt, Fortsetzung folgt…

  • Great Ocean Road

    Nach der aufregenden Zeit an der Ostküste Australiens flogen wir in den Süden, um uns Melbourne, Sydney und die Great Ocean Road anzusehen. Wir hatten schon damit gerechnet, dass es schön sein würde, aber ich hatte wirklich nicht mit einer derartig schönen Landschaft gerechnet, als wir uns auf den Weg machten. Hinzu kamen die coolsten Tiere der Welt, die einfach so in den Bäumen hangen und auf unser Auto herunterblickten :)

  • Whitsundays

     

    Nach den Fraser Islands haben wir genau 14h im Bus verbracht, bis wir in Airlie Beach angekommen sind von wo aus die Boote zu den Whitsunday Islands starten. Ich weiß nicht wirklich, was ich über diesen Trip sagen soll, bis auf die Tatsache, dass wir wirklich Urlaub gemacht haben. Sonnenuntergang am Boot, den ganzen Tag im Wasser beim Fische beobachten und einfach die Seele baumeln lassen. Whitehaven Beach war natürlich das Highlight :)

     

    Meine Beziehung zum Wasser wird immer lustiger. Einerseits gibt es nichts Beruhigenderes als in einem Boot zu schlafen und sich vom Wasser in den Schlaf wiegen zu lassen. Wenn ich dann am Tag auch noch direkt im Wasser bin und die Fische beobachte, ist es so als würde meine innere Gleichgewichtsflüssigkeit endlich zur Ruhe kommen. Gleichzeitig habe ich fast meine schlimmsten Erlebnisse auf Booten gehabt, wo ich seekrank wurde, es ist so zu sagen eine etwas schwierige Beziehung, die das Meer und ich betreiben. Wobei die Wellen und Surfstunden in Bali wahrscheinlich jede Seekrankheit wettmachen… In diesem Sinne freue ich mich schon auf Hawaii.

     

  • Fraser Islands

     

     

     

     

     

     

    Spät aber doch kommt mein erster Beitrag zu Australien. Begonnen hat unser Aufenthalt eher chaotisch, weil unsere Koffer beim Umsteigen in Kuala Lumpur verloren gingen und in Korea gelandet sind. Infolgedessen haben wir dann doch mehr Zeit an der Gold Coast verbracht, wie ursprünglich geplant. Glücklicherweise haben wir zwei Mädels kennengelernt, mit denen wir dann gemeinsam nach Byron Bay gefahren sind und dort eine wirklich sehr schöne Zeit verbracht haben.

     

    Nach einem kurzen Zwischenstopp in Brisbane haben wir uns dann aber aufgemacht in Richtung Fraser Islands, der größten Sandinsel der Welt. Was uns erwartet hat, war traumhafte Natur und leider eine unterdrückte Kultur. Ursprünglich gehörten die Fraser Islands oder K’gari  nämlich den Aborigines. Leider sind nur mehr 11 von Ihnen auf der Insel übrig. Ich hatte das Glück und durfte zwei davon interviewen. Was mit dem Rest von ihnen passiert ist, lässt sich ganz gut in Geschichtsbüchern nachlesen. Vielleicht nicht in australischen, da die australische Bevölkerung dazu neigt, dieses Thema totzuschweigen. K’gari bedeutet Paradies, ein wie mir scheint passender Ausdruck.

     

  • Indonesien

    Nachdem wir nun schon fast eine Woche in Australien sind, wird es Zeit, die Fotos von Bali endlich online zu stellen. Generell kann man über unsere Zeit in Bali sagen, dass wir zwar anfänglich etwas anderes erwartet hätten, da unsere Asienreisen bis jetzt doch an abgelegenere Orte geführt haben. Wenn man dann in Bali ankommt und alles ziemlich westlich ist, braucht man ein wenig, um sich einzugewöhnen. Doch machten wir die Erfahrung, dass Indonesien wirklich wahnsinnig viel zu bieten hat und man sich wirklich in dieses Land verlieben kann – wenn auch erst auf den zweiten Blick.

    Gleich zu Beginn sind wir auf die Gili Islands gefahren, wo wir uns einfach ein paar erholsame Tage gegönnt haben. Für mich sind die Inseln zu touristisch, ich mag es lieber, wenn noch viel mehr von der eigentlichen Kultur zu spüren ist. Was aber ziemlich cool war ist, dass sie fast nur Salzwasser auf der Insel haben und das Hauptfortbewegungsmittel Pferdekutschen sind :)

    Danach machten wir uns auf nach Nusa Lembongan, was wirklich unglaublich schön war. Wir haben mit dem Moped die gesamte Insel erkundet. Am Dreambeach waren Wellen, wie ich sie zuletzt am Kap der guten Hoffnung gesehen habe. Wahnsinn. Ich hab mich gleich in die Wellen gestürzt, die Füße nach oben und Kopf unter Wasser. Es war wirklich unglaublich schön. Die Strömung sollte man aber nicht unterschätzen, bevor man sich versieht, ist man schon ewig weit draußen. Unseren ersten Tauchgang seit 2 Jahren haben wir dann gleich mit Mantarochen begonnen. Diese Tiere sind wirklich unglaublich. Ich bin genau über einem riesigen getaucht und vor lauter Aufregung mit schauen und filmen hab ich soviel geatmet, dass ich binnen Sekunden an der Wasseroberfläche war. Der Divemaster hat nur gelacht. Eben: Viel atmen – mehr Luft in der Lunge – Lena taucht auf. Das Highlight war dann ein Mola Mola, auch Ocean Sunfish genannt.

    Um die Kultur besser kennenzulernen, haben wir uns dann auch in das Landesinnere gewagt und ein paar Tage in Ubud verbracht. Wo ich mein persönliches Highlight bis dato erlebt habe. Auf meiner Liste an Dingen, die ich erleben will, bevor ich 30 Jahre alt bin, steht geschrieben: Die Hand eines Affen halten. Es war so. Ein kleiner Affe dachte, ich hätte was in meinen Haaren versteckt, ist auf meine Schulter gesprungen und hat sich das näher angesehen, haha. Danach ist er über meinen Arm gelaufen und hat sich dann auf eine Steinmauer gesetzt und noch meine zwei Finger gehalten. Mein Kopf hat einen Schnappschuss von diesem Moment gemacht und einen Haken auf meiner Liste.

    Zu guter Letzt hatte ich meine erste Surfstunde in Kuta. In surfen kann man sich, glaub ich, richtig verlieben. Wir haben den Zeitpunkt perfekt gewählt, genau als die Sonne so langsam unterging, haben wir uns in die Wellen geworfen. Und schlussendlich bin ich dann auch schon einige Wellen gestanden. Das Gefühl war wirklich unbeschreiblich. Die Sonne, das glitzernde Wasser, das uns getragen hat und die Bewegung…

    Abgeschlossen haben wir unseren Indonesien-Urlaub mit einem Kochkurs, wo wir selbst die Pasten für traditionelle indonesische Gerichte gemacht haben. Zuvor ein Marktbesuch und das Erlebnis war komplett :)

  • Angkor

    Nach mehr als 5 Stunden Foto bearbeiten und aussuchen, hab ich mittlerweile beschlossen, nie wieder an so einen schönen Ort zu fahren oder die Kamera zu Hause zu lassen ;)

    Zunächst haben wir uns einmal von Delhi verabschiedet und den größten Hindi Tempel in Delhi angeschaut, Akshardham genannt. Leider durften wir keine Fotos machen, weder von außen noch von innen. Aber soviel sei gesagt, es ist ein wirkliches Weltwunder entstanden. Von außen sieht man es zwar nicht so, aber drinnen ist es wirklich unglaublich..

    Wir hatten auch einen sehr netten Tuk-Tuk-Fahrer als Guide. Weil er sowieso auf uns warten musste hat er uns gleich begleitet. Während die Lisa noch in der Sicherheitskontrolle gesteckt ist, hab ich auch versucht Konversation mit ihm zu führen, was ungefähr so ausgeschaut hat:

    Ich: Und sind Sie in Delhi aufgewachsen?
    Er: Das Gandhi Museum hat auch noch offen, soll ich euch dann dorthin fahren?
    Ich: Sind Sie schon immer Tuk-Tuk-Fahrer?
    Er: Oder wollen Sie shoppen gehen? Es gibt super Tücher da und da.
    Dann haben wir uns wohl beide unverstanden gefühlt und stillschweigend auf die Lisa gewartet ;)

    Nachdem wir uns also gebührend von Delhi verabschiedet haben, sind wir nach Bangkok gefahren und nach zugegen zwei faulen Tagen, die wir mit Massagen und Maniküre / Pediküre verbracht haben, haben wir uns nach Kambodscha aufgemacht. Das hat ungefähr 12 Stunden gedauert, da unser Bus blöder Weise zwei Mal kaputt gegangen is. Also er hat gehustet und is stehen geblieben. Einmal wieder losgefahren, danach für immer tot.

    Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben ;)

    Die Kambodschaner sind wirklich total lieb. Sogar als sie uns irgendwo rausgelassen haben, damit wir mit dem Taxi zum Hotel fahren müssen, war der Taxifahrer so lieb und hat die ganze Zeit gelächelt, dass man ihm für die 2$, die man ihm also geben musste, gar nicht bös sein konnte. Das Essen is übrigens ausgezeichnet.

    Über Angkor selbst weiß ich gar nicht, was ich sagen soll. Ich glaub man muss das wirklich selbst gesehen haben. Da ist soviel Geschichte und alle Plätze sind mit soviel Dingen verbunden… Man hat direkt ein heroisches Gefühl, wenn man Angkor Wat entgegen geht. Und dann noch die Musik im Hintergrund (wo auch immer sie hergekommen ist). Da bekommt man wirklich Gänsehaut. Ich hab mir die ganze Zeit gedacht, dass ein Mensch sowas gar nicht verarbeiten kann. Ich hab dann nur mehr von laufenden Bäumen (wie Lisa sie genannt hat) und Tempeln geträumt.

    Ganz Angkor ist ungefähr 200 km2 groß, dass heißt alles kann man nie sehen. Wir haben uns aber doch so gut wie alle wichtigen Tempelanlagen angeschaut. Angkor war Zentrum des historischen Khmer-Königreiches, deswegen heißen auch alle Speisen Khmer Nudeln usw, was wir sehr empfehlen können ;) Angkor Wat selbst ist der größte Tempelkomplex der Welt und im Vergleich zu den anderen Tempeln innen auch noch sehr gut erhalten. Angkor Thom wird von ihnen auch der „Facing Temple“ genannt, weil so viele Gesichter (insgesamt 216) in den Tempel gemeißelt sind. Dann gibt’s noch den so genannten „Tomb Radier“ Temple – Ta Prohm – der besonders schön is, weil sich die Bäume überall draufgesetzt haben.

    Wie dem auch sei, heut Nacht geht’s nach Indonesien :)) Mein Kopf wartet nur mehr darauf unters Wasser gesteckt zu werden.

     

  • Agra

    Ich weiß nicht, irgendwie geht es mir im Moment wie mit richtig schöner Musik, die kann man auch nicht in Worten wiedergeben. Alles was mir zu diesem Bauwerk einfällt ist: „She should have died here after“, die erste Reaktion von Macbeth, als er hört, dass seine Frau tot ist. Ich weiß gar nicht, wie ich es besser beschreiben soll. Wenn man aus Liebe so etwas baut, hoffe ich wirklich, dass derjenige irgendwie noch die Freude hat und es sehen darf.

    Ich bin schon seit mehreren Stunden zurück und krieg mich immer noch nicht ein, wenn ich an das denke, was ich da gesehen habe. Ich glaube der Taj Mahal wird für immer die einzige Sehenswürdigkeit bleiben, vor die ich mich jemals hingestellt habe, um ein Foto gemeinsam mit ihm zu haben. Die ganze Stimmung die dort herrscht ist einfach der volle Wahnsinn. Und dann die Tauben, die losfliegen, sobald man den Raum betritt, in dem sich die symbolischen Gräber befinden… Es fühlt sich irgendwie an, als wäre man in einem Märchen.

    Morgen geht’s zurück nach Delhi und dann endlich in unser geliebtes Südostasien, dass ich immer vermisse, wenn ich länger als ein halbes Jahr von ihm getrennt bin. Bangkok mit seinen kulinarischen Köstlichkeiten, das Leben auf den Straßen, die lauen Nächte, die feuchte Luft und vor allem auf das Tauchen bzw. eintauchen in die Natur :)

  • Delhi

    Eigentlich ist es nicht mein erstes Mal in Delhi, aber trotzdem hab ich irgendwie vergessen, wie anstrengend es in dieser Stadt in Wirklichkeit ist. Wer stehen bleibt hat verloren, sobald man länger als 3 Sekunden ziellos durch die Gegend schaut, bildet sich eine Traube aus Menschen um einen, die auf einen einreden. Gleichzeitig wartet soviel Vergangenheit hier auf mich, die Erinnerung an die letzte Indienreise (Video dazu) wird wieder all zu  gegenwärtig.

    Die indische Kultur ist für mich ziemlich faszinierend, sie gehen mit Dreck und Missständen mit der gleichen Selbstverständlichkeit um wie mit den wunderschönen Dingen, die in ihrer Kultur verankert sind. Es ist ganz normal, dass eine Frau im schönsten Sari auf der verschmutzten Straße sitzt. Irgendwie legen sie so eine Gleichgültigkeit an den Tag, die mir gefällt. Die Gleichgültigkeit dem Schönen, aber auch dem Hässlichen gegenüber. Nicht zu vergessen auch allen Regeln und Normen gegenüber. Wenn man einmal in Delhi am Straßenverkehr teilgenommen hat, kann man sich ungefähr vorstellen, was ich meine.

    Ein Radfahrer bleibt mitten auf der Kreuzung stehen und verkauft einem Kind, dass mit ungefähr 5 weiteren auf einer Rikscha sitzt von seinem Gepäcksträger eine Hand voll Süßigkeiten. War in diesem Moment eben das Wichtigste. Ein Bisschen vermisse ich den Norden und die Ruhe, die in Ladakh herrscht, aber ich glaube die nächsten Tage in Agra und der Besuch vom Taj Mahal bei Sonnenaufgang wird das bald wieder wett machen.